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Dialektaufnahmen

Einen schnellen, aber dabei umfassenden Überblick über die rheinische Dialektlandschaft bietet die CD "Rheinland live", die neunzehn ausgewählte und ausführlich kommentierte Mundartbeispiele präsentiert. Sie enthält drei Sprachbeispiele aus dem Kleverländischen Raum, eine westfälische Mundart, vier Beispiele aus dem südniederfränkischen Sprachraum, eine ostbergische Dialektaufnahme, sieben ripuarische Hörbeispiele und schließlich einen moselfränkischen Dialekt. Schon diese Inhaltsangabe vermittelt eine Ahnung davon, wie facetten- und variantenreich die Mundarten des rheinischen Sprachraums klingen.

Die CD "Rheinland live" ist das erste rheinische Hörbuch, das die Vielfalt der rheinischen Dialekte zwischen Emmerich und der Eifel und Aachen und dem Sauerland präsentiert.

Hier ein Ausschnitt aus den vielen Hörbeispielen der CD, die gleichsam eine sprachliche Reise durch das Rheinland darstellen:

Ganz im Norden des Niederrheins, in Zyfflich (MP3-Datei, 1,7 MB), spricht man Kleverländisch in einer Variante, die vielen sicherlich schon holländisch vorkommt.

In Dingden (MP3-Datei, 1,54 MB), am rechten Niederrhein, befindet man sich - sprachlich gesehen - bereits in Westfalen.

Wenn Düsseldorf (MP3-Datei, 2,34 MB)das Zentrum im Südniederfränkischen Sprachgebiet ist, so ist Köln (MP3-Datei, 1,17 MB) sicherlich die ripuarische Metropole, weshalb selbst für viele Rheinländer die Gleichung gilt: Ripuarisch = Kölsch. Dass hier allerdings auf der Strecke zur Staatsgrenze nach Westen deutliche Unterschiede zu hören sind, belegt die Aufnahme aus Aachen (MP3-Datei, 5,15 MB). Nach Osten ereicht man in der selben Entfernung schon den ostbergischen Sprachraum, der in Radevormwald (MP3-Datei, 1 MB) bereits westfälische Elemente aufweist.

Manche dürfte überraschen, dass im Rheinland auch Moselfränkisch gesprochen wird. Da die rheinischen Mundarten traditionell nach den Kriterien des Rheinischen Fächers eingeteilt werden, kommt es, dass Steimelhagen (MP3-Datei, 1,83 MB) im Oberbergischen Kreis einer Dialektregion zugeordnet wird, die bis weit in den Hunsrück und ins Saargebiet reicht.

Genau so wenig wie das Kleverländische oder Ripuarische, ist das Moselfränkische eine völlig homogene Mundartlandschaft. Die Abteilung Sprachforschung hat in den 80er Jahren eine umfangreiche, etwa 500 Aufnahmen umfassende Dokumentation der Dialekte des gesamten Rheinlands von Emmerich bis zur Nahe erabeitet. Schon einige wenige Beispiele aus dieser Sammlung (erschienen als "Handbuch der rheinischen Mundarten") machen ohrenfällig, dass sich das südliche Rheinland in Sachen Variantenreichtum seiner Mundarten nicht hinter dem Norden verstecken muss:

Der Dialekt von Wolsfeld (MP3-Datei, 2,78 MB), einem kleinen Ort bei Bitburg, steht hier stellvertretend für die östliche Zentraleifel. Die Sprecherin erzählt von einer Hausschlachtung in ihrer Jugend. In Rheinböllen (MP3-Datei, 2,49 MB) auf dem Hunsrück ist das Rheinland - sprachlich gesehen - eigentlich schon zu Ende. Denn hier hört man nicht mehr die rheinischen Marker dat und wat, sondern schon die hochdeutschen Varianten das und was. Trier-Saarburg (MP3-Datei, 2,11 MB)ist der südlichste Ort dieser knappen akustischen Übersicht. Obwohl im Tonfall schon an pfälzische Mundarten erinnernd, spricht der Erzähler Moselfränkisch.

Zum Ende der kleinen akustischen Reise durch die rheinische Mundartlandschaft bietet der nächste Klick noch einen Blick über die Staatsgrenze auf die benachbarten Dialekte in den Niederlanden und ein weiterer auf die hochinteressanten Inseldialekte in Gerresheim und Pfalzdorf.

Eine vollständige Liste aller publizierten und abrufbaren Dialektaufnahmen findet sich hier.