LVR-Institut für Landeskunde
und Regionalgeschichte
Logo LVR

Rheinische Personennamen

Hätte der frühere Nationaltorwart Sepp Maier das Fußballspielen im Rheinland erlernt, hätte sich für ihn vermutlich ein anderer Rufname etabliert. In der Vergangenheit entwickelten sich zu fast allen Vornamen regionale Varianten, meist in dialektaler Lautung, die im Alltag anstelle der offiziellen Vornamen verwendet wurden. Wer einen Eindruck von der Variantenfülle und von der regionalen Vielfalt dieser Rufnamen bekommen will, der wird in den entsprechenden Artikeln des großen "Rheinischen Wörterbuches" (1928-1971) fündig.

Wer Jupp Schmitz heißt, wird nicht im Schwarzwald oder an der Ostsee geboren sein. Köln kommt als Geburtsort schon eher in Betracht, aber natürlich kann dieser Josef auch aus Düren oder Siegburg stammen. Jede Region hat in der Vergangenheit "typische" Familiennamen hervorgebracht, Schmitz ist der Inbegriff eines rheinischen Namens. Während im Norden Deutschlands die Petersens und Harmsens zuhause sind, liegt die Heimat der Beckenbauers und Schweinsteigers im Süden. Das Rheinland hat neben Schmitz noch eine Vielzahl anderer regionaltypischer Familiennamen hervorgebracht. Aber auch diese Namen können wieder kleinräumig variieren. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass Trägerinnen der Namens Hendricks oder Lamers aus dem Klever Raum stammen, sehr groß. Wer Esser oder Faßbender heißt, muss ebenfalls damit rechnen, als Rheinländer erkannt zu werden, wenn seine Wiege vermutlich auch nicht im Norden (am Niederrhein) oder im Osten (im Bergischen Land) stand.

In der Regel werden die deutschen Familiennamen in fünf Gruppen eingeteilt (hier mit Beispielen aus dem Rheinland):

  1. Patronymika (Vaternamen)
    Dahmen, Frings, Peters, Jacobs, Willemsen, Heinrich, Petry usw.
  2. Herkunftsnamen
    van Gogh, Kempener, Geldermann, Cöllen. Vorfahren der heutigen Namenträger stammten aus Goch, Kempen, Geldern/Gelderland oder Köln
  3. Wohnstättennamen
    Bruckmann, Stratmann, In der Schmitten, Siepmann, Verhoeven. Die ersten Träger dieser Namen wohnten am Bruch, an der Straße, in der Schmiede, am Siepen oder auf der Hufe
  4. Berufsnamen
    Beckers, Faßbender, Küppers, Schmitz.
  5. Übernamen
    Langen (der 'Lange'), Voss ('Fuchs' = der 'Rothaarige').

Von einem Familiennamen kann man sprechen, sobald ein Beiname erblich geworden war.

Zu den folgenden Namen finden Sie hier Informationen:

neu:

nach oben

Hofnamen nehmen in gewisser Weise eine Zwitterstellung ein zwischen den Orts- und den Personennamen. Hofnamen sind die Namen von Bauernhöfen (und Katen). Sie können von dem Ort ausgehen, an dem der Hof liegt, sie können aber auch vom Bewohner (von seinem Namen, seinem Beruf) abgeleitet sein. Als Beispiel wird hier der Name Schmidtskath vorgestellt.

Schmidtskath

Literatur